Ein gewohnt schlechter, sogenannter Sommertag 2011. Regen, grauer Himmel und Herbstgefühle bestimmen die angeblich wärmste Zeit des Jahres. Doch pünktlich zur vierten Hall of Fame Master Class der German Speakers Association lichteten sich die Wolken und über München herrschte strahlender Sonnenschein. Gemächlich und voller Vorfreude füllte sich nach und nach die Location des Platinum Meeting mit zahlreichen Speakern und Trainern der Branche.
Das Münchner Künstlerhaus war Schauplatz dieses
Zusammentreffens der ganz besonderen Art. Bereits im idyllischen Innenhof
begrüßten sich die Anwesenden und erhaschten noch ein paar Sonnenstrahlen,
bevor es weiter ging in das prächtige Foyer. Ein Hauch von Renaissance, schwerer
Marmor, prunkvolle Kronleuchter – das Münchner Künstlerhaus war seinerzeit
Treffpunkt der bedeutenden Gesellschaft und kein Ort hätte sich besser für das
Privatissimum der GSA geeignet. Mit kleiner Verzögerung betrat der Mann der
Stunde die vornehmen Räumlichkeiten. Charmant und locker begrüßte er persönlich
jedes anwesende GSA-Mitglied und freute sich über die hohe Teilnehmerzahl. Zahlreiche
Mitglieder wollten sich diesen Nachmittag mit Jörg Löhr nicht entgehen lassen.
Gekonnt gab GSA-Präsident
Prof. Dr. Lothar Seiwert den Startschuss für den offiziellen Teil der
Veranstaltung und bat die Gesellschaft ins elegante Millerzimmer. „Mit seinen
Gewinnerstrategien ist er längst zum Superstar in der Seminarszene geworden.“ Den
WDR zitierend begrüßte der Präsident den Stargast des Abends. Offensichtlich
geschmeichelt übernahm Löhr das Wort und teilte seine Freude mit den
Anwesenden. Er ist es gewohnt, auf der Bühne zu stehen, Hunderte von Zuschauern
vor sich, Kameras und Blitzlicht. Aber von Starallüren – keine Spur.
Authentisch und ohne Beschönigung erzählte er von seinem Werdegang.
„Mit dem Handball hatte ich mein Hobby zum Beruf gemacht, das war Luxus. Aber ich merkte schnell, dass es nicht zum Leben reichen wird“, offen und unverblümt berichtete er über die Vor- und Nachteile des Sports. Der Weg führte ihn in eine Unternehmensberatung und schon nach kurzer Zeit beschloss er für sich, dass diese Arbeit richtig Spaß macht. Aber Jörg Löhr ist nicht märchenhaft über Nacht zu einem der Top-Speaker geworden. „Als 1995 mein erstes offenes Seminar stattfand, hatte ich ganze sieben Teilnehmer. Zwei davon waren meine besten Freunde und die anderen haben nur die Hälfte bezahlt“, erinnert er sich gerne zurück. Mit dieser Anekdote fand er die passende Überleitung zu einem Tipp für alle Newcomer. Finde Dein Spielfeld! Wofür stehe ich? Was ist mein Expertenstatus?
Die Aufmerksamkeit im
Millerzimmer war ganz auf Jörg Löhr gerichtet. Die ausgelassene Stimmung des
Meisters packte schnell auch seine „Lehrlinge“ und ohne ganz den Ernst des
Themas aus den Augen zu verlieren, wurde geschmunzelt und gelacht. Souverän und
gut vorbereitet behielt GSA Präsident Prof. Dr. Lothar Seiwert den Überblick und
mimte gekonnt den Moderator. Frei und ehrlich beantwortete Löhr die Fragen des
Präsidenten und der Teilnehmer. Immer wieder betonte der Erfolgstrainer, wie
wichtig es sei, sich von der Konkurrenz genau abzugrenzen: „Es bringt nichts,
mit einem vollen Bauchladen aufzutreten und nichts davon richtig anbieten zu
können. Marktanalyse ist hier das Stichwort. Informieren Sie sich, wonach der
Markt schreit.“
Bis zu diesem Zeitpunkt war
im Münchner Künstlerhaus bereits die Hälfte des Abends vergangen – so kurzweilig,
dass die Organisatoren einen deutlichen Hinweis zur Pause geben mussten.
Begeistert und bestens unterhalten tauschten die Teilnehmer bei einer
Erfrischung die ersten Eindrücke und Erkenntnisse aus. Die Meinungen waren
einhellig: Dieser Mann ist sympathisch, erfolgreich und authentisch. Damit
keine wertvolle Zeit verloren ging, wurde die Pause einfach gekürzt und die
Brezeln kurzerhand mit auf die Plätze genommen. In diesem intimen Rahmen wurde
dann auch zunehmend aus dem Nähkästchen geplaudert, viele spannende
Insider-Informationen wurden ausgetauscht und diskutiert.
Honorare, Rabattverhandlungen, die es bei Jörg Löhr nicht gibt, Flops, Tiefpunkte und Marketingstrategien – keine Geheimnisse, keine wohlwollenden Umschreibungen. Aber auch Fragen privater Natur standen zur Debatte. Wie bekommt man diesen zeitintensiven Job und die Familie unter einen Hut? Woher schöpft man Kraft? Was würde der Erfolgstrainer anders machen, wenn er noch einmal anfangen würde? Und hier war eine Eigenschaft immer wieder zu hören: Disziplin. Bewusste Selbstregulierung. Der Saal war sich mit Altmeister Seiwert einig. Um wirklich langfristig wettbewerbsfähig und erfolgreich zu sein, ist Disziplin unerlässlich. „Talent ist die Basis, der Rest harte Arbeit“, antwortete Löhr mit antreibender Gestik.
In diesem Moment unterbrach der Master sich selbst und führte etwas Essenzielles an: Herzblut. Voll und ganz hinter seiner Sache stehen und mit Leib und Seele den Beruf ausüben. Sonst würde man nie wirklich glücklich – egal wie hoch das eigene Honorar ist.
Als er sich in der Speaker-Szene niederließ, war das für ihn nichts Neues. Im Leistungssport sind hartes Training und Herzblut an der Tagesordnung. Aus seiner Zeit als Handballer hat er gelernt, wie er selbst seine Ziele zu definieren hat, wie er mit Rückschlägen umgeht und was wahre Leidenschaft bedeutet. Diese Erfahrungen helfen ihm sehr, besonders bei der Arbeit mit Leistungssportlern wie zum Beispiel aktuell dem Bundesligisten Werder Bremen. „Da trifft man schon auf spezielle Persönlichkeiten. Wenn Sie jedoch merken, dass es dir um die Sache geht, du authentisch bist, dein Handwerk verstehst und um ihre Herausforderungen auch weißt, dann lassen sie sich auch gerne und intensiv auf die Zusammenarbeit ein.“
Damit setzte Jörg Löhr einen gelungenen Schlusspunkt unter diese Veranstaltung der Extraklasse. Wortwitz, Gelassenheit und Ehrlichkeit waren Leitbilder dieser Hall of Fame Master Class. Motivierend und begeisternd sprach er zu seinen Kollegen. Dieser Abend hatte deutlich gezeigt: Jörg Löhr ist würdiges Mitglied der Hall of Fame. Er ist ein erfolgreicher Unternehmer, ein guter Spieler und hat das Herz am richtigen Fleck. Am Abend der Master Class begann auch wieder die Bundesliga. Werder Bremen gewann das erste Spiel zwei zu null …
Fotos: GSA; Text: PS:PR