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Augsburg, 8. Mai 2010
Bereits zum dritten Mal lud die GSA zusammen mit Präsident Prof. Dr. Lothar Seiwert und Humortag-Initiatorin Sabine Asgodom, CSP, zum großen GSA Humortag ins Steigenberger Hotel Drei Mohren in Augsburg ein. Ein ausnehmend charmanter und gut gelaunter Moderator Bernhard Wolff begrüßte über 100 erwartungsfrohe Teilnehmer in der Teehalle des Hotels, um unter dem Motto „Lieber lachend lernen!“ einen Tag lang die positive Wirkung von Witz und Humor auf Vorträge, Seminare und Präsentationen zu erfahren.
Gleich zu Beginn erwartete die Teilnehmer das erste Highlight. Sabine Asgodom und Hans-Uwe L. Köhler sinnierten am Frühstückstisch mit einer gehörigen Portion Selbstironie über „Das perfekte Seminar“: Zuerst eine ausführliche Vorstellungsrunde – eine halbe Stunde beansprucht allein schon der Trainer für sich –, dann die üblichen Inhalte, nachmittags die Vertiefung des Vormittags, dazwischen ausgedehnte „Networking“-Pausen – und auf gar keinen Fall die Teilnehmer zur Veränderung auffordern, denn damit tut man sowohl ihnen als auch ihrem Chef bestimmt keinen Gefallen.Mit ihrem Sketch zeigten die beiden Top-Speaker, dass Humor auch bedeutet, sich selbst nicht so schrecklich ernst zu nehmen, und bekamen dafür von den Teilnehmern heftigen Applaus sowie Bestnoten in den Bewertungsbögen.
Eva Ullmann vom Deutschen Institut für Humor kombinierte in ihrem Vortrag die wissenschaftliche Seite von Witz und Humor mit anschaulichen Beispielen und praktischen Techniken. Dazu verglich sie Humor mit einem Küchenmesser, das einerseits durch Teilen verbinden kann, andererseits aber verletzen kann, wenn es gegen Menschen gerichtet wird. Jeder Mensch hat Humor, denn „Du hast keinen Humor“, so Eva Ullmann, meint meist „Du hast nicht meinen Humor“. Humor hat viel damit zu tun, Angebote (auch Komplimente) des Gegenübers zu akzeptieren und anzunehmen. Auch unerwartete Angebote, beispielsweise von „Störern“ können durch humorvolles Aufgreifen angenommen und entschärft werden.
Jürgen Vogl, Rektor der fiktiven Universität HUHN (Höhere Universität für Halloween und Nanotechnologie) stellte sich mit einem komödiantischen Lebenslauf vor, in dem er es vom BMAO (Bade-Meister Assistant Officer) zum CDO (Coffee Drinking Officer) und schließlich von Unternehmer zum Obernehmer gebracht hat. Anschließend packte er einen ganzen Werkzeugkoffer voll mit Tricks und Techniken für witzige, peppige Präsentationen und Seminare aus: ob Abkürzungen und Anglizismen wie in seinem Lebenslauf, Regeln und Anleitungen, Fake-Diagramme oder -Schilder, Comics, Anekdoten, lustige Definitionen oder vergleichende Gegenüberstellungen – wer bei Jürgen Vogl nicht den passenden Anreiz fand, war selbst schuld.
Nach der Mittagspause teilten sich die Gäste auf die beiden parallelen Workshops auf: gut die Hälfte blieb bei Nicolai des Coudres in der Teehalle, während der Rest gemeinsam mit Jörg Ritscher von Theater Interaktiv seminarerprobte Techniken des Improvisatiosntheaters erlernte.
Small-Talk-Profi Nicolai des Coudres demonstrierte zunächst anhand eines Zollstocks, warum der 2,05 m große Hüne „Tall Talk™“ betreibt und gab den Teilnehmern daraufhin eine Fülle von Anregungen und Methoden an die Hand, wie man ins Gespräch hineinfindet, drin bleibt und erhobenen Hauptes wieder herauskommt. Seine drei Gesetze: 1. Sei NICHT originell! Suche naheliegende Themen, aus der Situation heraus, getreu dem Workshopmotto „Das Wetter geht immer…“ 2. Augen auf! Menschen mögen es, wenn man sie auf positive Äußerlichkeiten hin anspricht; am besten eignen sich dafür Anstecker, Abzeichen, Aufkleber. 3. Nett geht besser! Mache Komplimente oder bitte die Leute um Rat oder ihre persönliche Einschätzung.
Anschließend bat Moderator Bernhard Wolff alle Referenten aufs Podium, um zum Thema „Wieviel Humor kauft man uns ab?“ gemeinsam zu diskutieren. Einig waren sich alle, dass man mit Humor sehr viel bewegen und auch schwierige Ziele erreichen kann. Miteinander zu lachen sei gemeinschaftsbildend und demokratisch, so Sabine Asgodom, weshalb Humor gerade in Unternehmen so dringend gebraucht werde. Gleichzeitig stimmten die Experten zu, dass man mit Humor immer auch ein Risiko eingehe. Eine vertrauensvolle Kundenbeziehung sei deshalb wichtig, um einen humoristischen Vortrag zu verkaufen.
Beim Thema Arbeitstechniken konnten die Zuhörer noch einige praktische Tipps mitnehmen:
Jürgen Vogl riet dazu, sich zuerst auf die Suche nach der eigenen Humorwirkung zu machen, um im Training authentisch agieren zu können. Eva Ullmann verriet, dass sie ihre Präsentationen gerne singend unter der Dusche einübe, um ihnen einen humorvollen Anstrich zu geben. Die Rolle der Zuhörerschaft fand bei Hans-Uwe Köhler Erwähnung. Er registriert während seines Vortrags jede Teilnehmerreaktion im Saal und kann somit immer scherzhaft reagieren. Sabine Asgodom räumte schließlich noch mit einem verbreiteten Vorurteil auf: Humor heiße nicht, Witze zu erzählen und sich „zum Affen zu machen“; man müsse nicht einmal selbst lachen, um witzig zu sein.
Da zu einem Seminartag selbstverständlich auch die Teilnehmeraktivierung gehört, hatte Bernhard Wolff die Gäste vor dem Mittagessen gebeten, ihre eigene Interpretation der Abkürzung „GSA“ aufzunotieren. Im Laufe des Nachmittags wurden per Publikumsapplaus drei Gewinner bestimmt:
„Gewerkschaft sprechender Arbeiter“ (Gerhard Vater)
„Gammler suchen Arbeit“ (Roland Seitz)
„Geniale Sache, Alter!“ (Thomas Göller)
Zu den Favoriten gehörten außerdem „Griechische Sauergurken-Anleihe“, „Globale Spaß-Allianz“, „Gebt Speakern Almosen“ und „Geschmackvoll. Süß. Appetitanregend“!
GSA Hall of Fame-Mitglied Hans Uwe L. Köhler demonstrierte im Anschluss anhand seines Vortrags “LoveSelling – Verkaufen ist wie Liebe!”, wie ein Redner sein Publikum auf humorvolle Weise für sein Thema gewinnt, Spannung erzeugt, für Verwirrung sorgt, sogar schockiert, und es damit in den Bann zieht. Indem er seine Präsentation immer wieder auf der Meta-Ebene analysierte, zeigte er, wie sich Widerstände und Potenziale der Teilnehmer aufdecken lassen, um mit ihnen zu arbeiten. Ein zentraler Punkt seiner Rede, den er immer wieder betonte, war „die Zerstörung des Redners“, das Spiel mit dem Status: Wer dem Publikum zugesteht, auf seine Kosten zu lachen, gewinnt dadurch die größten Sympathien.
Der Grandseigneur des Humor, Emil Herzog, gab in seinem Vortrag „Tankstelle Humor“ Tipps zur Anwendung und Einbindung von Humor in Vorträgen und Präsentationen. Nachdem je drei Teilnehmer als Drachen, Ritter oder Prinzessinnen auf der Bühne gegeneinander angetreten waren, lockerte Emil Herzog durch seinen „Crazy Dance“ die Muskeln der Teilnehmer und vertrieb jede eventuell vorhandene Müdigkeit.
Den Abschluss des Tages bildete das Team von Theater Interaktiv, das die Themen, Sprüche, Bilder und Anekdoten des Tages in witzig improvisierten Szenen Revue passieren ließ. Dabei waren sie mit ihrer eigenen Interpretation der GSA-Abkürzung die eigentlichen Gewinner: „Gelobt sei Asgodom!“
Fazit: Jeder kann mit Humor präsentieren, jeder kann Humor „erlernen“. Es gilt nur, seine eigene Art des Humors zu finden und dabei glaubwürdig und authentisch zu bleiben.
Wir freuen uns schon auf den nächsten GSA Humortag mit Ihnen – am 7. Mai 2011 im MARITIM Hotel Würzburg!
Einen Film zum GSA Humortag 2010 finden Sie hier.